Künstler spezial: Hans Maas

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Hans Maas‘ Malerei in 23 Sätzen
Dr. Wolfgang Hellmich, Tübingen im Juni 2015

Erdige Töne ziehen ihn an. Seine Farben sind wie lehmiger Boden, wie ein Acker von oben angeschaut. Die farbliche vermittelte Ruhe und Ordnung wird häufig gestört. Farbkontraste erzeugen Spannung. Das Disparate tritt ins Bild. Die Bildaussage scheint zu sein: Alle Ruhe ist scheinbar, trügerisch. Der Boden beginnt zu schwanken. Nichts, worauf man sich verlassen könnte.

Hans Maas stammt vom Niederrhein, Jahrgang 1957. Er lebt seit vielen Jahren in Köln, dort hat er studiert, vor allem im Kölner und Bonner Raum stellt er aus. Als Material nimmt er nicht unbedingt die typische Leinwand, sondern auch abgelegte Bretter, gebrauchtes, verwittertes Holz. Reste und Fundstücke. Diese Kunst hat die Vergänglichkeit in sich aufgenommen.

Der Maler verarbeitet vorzugsweise Motive aus der Natur, aus der Geschichte des Fortschritts und der Arbeit. Sonne und Schornsteine koexistieren, das Helle und das Dunkle, das Glück und das Unglück. An einem Tag ist das Leben schön, an einem anderen kaum zu ertragen. Schwingungen und Schwankungen. Die moderne Existenz ist prekär. Gelegentlich tauchen im Bild Fremdkörper auf. Zaunlatten gliedern die Farbflächen und zergliedern sie zugleich. Mitunter sind Ritze angebracht. Sie könnten Figuren sein, stehen am Rand, sind klein und unbedeutend.

Maas‘ Kunst ist angenehm und thematisiert das Unangenehme, zeigt das Nicht-Offensichtliche, will nicht verhüllen, denn dann wäre sie eine Lüge und nicht der Versuch, den Zwiespalt zur Sprache zu bringen.